10 Tipps, um den Pixeltest optimal zu nutzen
Der grundlegende Pixeltest (fünf Volltonfarben durchlaufen, nach Auffälligkeiten suchen) erkennt die meisten Defekte auf den meisten Bildschirmen. Es gibt jedoch eine lange Reihe von Sonderfällen — Foldables, Ultrawide-Monitore, Farbstich-Defekte, Fehlalarme durch PWM-Flimmern — die der einfache Ablauf übersieht. Diese zehn Tipps decken ab, was erfahrene Tester wissen und Einsteiger nicht.
1. Erst im dunklen Raum testen, dann im hellen
Tote Pixel zeigen sich am besten auf einem schwarzen Bild in einem dunklen Raum — Ihre Pupillen sind weit, der Bildschirm ist dunkel, und jeder festsitzende oder heiße Pixel leuchtet deutlich. Festsitzende und heiße Pixel sind so am leichtesten zu entdecken.
Tote Pixel (immer schwarz) zeigen sich am besten auf einem weißen Bild in einem hellen Raum — Ihre Pupillen sind verengt, der Bildschirm leuchtet mit voller Helligkeit, und ein schwarzer Punkt hebt sich vor dem hellen Hintergrund klar ab. Die Umgebung, die festsitzende Pixel sichtbar macht, übersieht die toten.
Führen Sie beide Tests durch, wenn Sie einen Defekt vermuten. Die vollständige Abdeckung dauert insgesamt 2 Minuten.
2. Verwenden Sie eine Lupe oder den Kamera-Zoom
Smartphone-Bildschirme haben eine derart hohe Pixeldichte (400+ PPI), dass einzelne defekte Pixel auf Armlänge zu klein zum Erkennen sein können. Eine 10×-Taschenlupe enthüllt Defekte, die für das bloße Auge wie Staub aussehen. Bei Amazon günstig zu haben — und auch zur Schmuckbegutachtung nützlich.
Alternativ können Sie mit der Kamera eines zweiten Telefons während des Weiß-Tests ein Foto mit 10×-Zoom vom Bildschirm machen. Defekte sind im Foto deutlich zu sehen, selbst wenn sie für das Auge vor Ort unsichtbar sind.
3. Testen Sie zuerst Ecken und Ränder
Fertigungsdefekte häufen sich an den Rändern des Panels, wo die Verklebung mit dem Gehäuse das Substrat belastet. Wenn Sie Ecken und Ränder zuerst prüfen, finden Sie die wahrscheinlichsten Fehler am schnellsten. Von außen nach innen vorzugehen hält Ihre Sichtprüfung außerdem systematisch.
Bei Telefonen mit gebogenen Edge-Displays (Galaxy S-Serie) achten Sie besonders auf die gekrümmten Bereiche — sie werden bei der Montage mechanisch belastet und haben höhere Defektquoten als die flachen Abschnitte.
4. Berücksichtigen Sie OLED-PWM-Flimmern
OLED-Bildschirme nutzen bei niedriger Helligkeit Pulsweitenmodulation (PWM) — sie flimmern schnell, um zu dimmen. Das Flimmern ist zu schnell, um es bewusst wahrzunehmen, kann aber Defekte überdecken, besonders nahe der Wahrnehmungsschwelle. Manche Nutzer empfinden bei PWM zudem Augenbelastung.
Die Lösung: Führen Sie den Pixeltest bei 100 % Helligkeit durch, da die meisten OLEDs dort kein PWM verwenden. Falls Sie aus irgendeinem Grund bei niedriger Helligkeit testen müssen, suchen Sie in den Display-Einstellungen Ihres Telefons nach dem „DC Dimming"-Modus (verfügbar bei manchen Samsung-, Xiaomi- und Honor-Geräten). DC Dimming eliminiert PWM bei niedriger Helligkeit.
5. Verwenden Sie ungewöhnliche Farben für subpixelspezifische Defekte
Der Standardzyklus (Rot, Grün, Blau, Weiß, Schwarz) erkennt die meisten Defekte, aber subpixelspezifische Ausfälle erfordern manchmal zusätzliche Farben:
- Cyan (#00FFFF): Grün- und Blau-Subpixel an, Rot-Subpixel aus. Deckt festsitzende Rot-Defekte auf.
- Magenta (#FF00FF): Rot und Blau an, Grün aus. Deckt festsitzende Grün-Defekte auf.
- Gelb (#FFFF00): Rot und Grün an, Blau aus. Deckt festsitzende Blau-Defekte auf.
- Grau (#808080): Alle Subpixel auf mittlerer Helligkeit. Zeigt subtile Ungleichmäßigkeiten, die reines Weiß überdeckt.
Diese Farben in den Testzyklus aufzunehmen kostet etwa 30 Sekunden zusätzlich und erkennt partielle Subpixel-Ausfälle, die der Basistest übersieht.
6. Testen Sie Foldables sowohl vollständig aufgeklappt ALS AUCH zusammengeklappt
Faltbare Telefone (Galaxy Z Fold, Pixel Fold, OnePlus Open) haben flexible OLED-Panels mit einer Knickzone. Führen Sie den Test wie folgt durch:
- Vollständig aufgeklappt — scannen Sie das gesamte Innendisplay und achten Sie besonders auf die Knicklinie.
- Vollständig zusammengeklappt — testen Sie das Cover-Display (den kleineren Außenbildschirm).
- Halb geöffnet — manchmal zeigen sich Defekte im scharniernahen Bereich, die im voll geöffneten oder voll geschlossenen Zustand verschwinden.
Die Knickzone ist der defektanfälligste Bereich bei faltbaren Telefonen. Es ist auch die Stelle, an der Käufer Defekte am häufigsten übersehen, weil sie eine schwache Linie für die Falz selbst halten — und nicht für eine Reihe beschädigter Pixel.
7. Dokumentieren Sie mit Zeitstempeln und Bildschirmfotos, bevor Sie den Support kontaktieren
Wenn Sie einen toten Pixel finden und Garantie geltend machen wollen, fragt der Hersteller-Support nach Belegen. Dokumentieren Sie alles, bevor Sie anrufen:
- Ein Foto des Bildschirms, das den Defekt zeigt (mit einem zweiten Telefon aufnehmen).
- Ein Foto des „Über"-Bildschirms des Geräts mit Modellnummer und IMEI.
- Das Datum des Tests.
- Kaufdatum und Verkäufer.
Manche Hersteller (Apple, Samsung) akzeptieren eine persönliche Begutachtung in Filialgeschäften. Andere (reine Online-Händler) verlangen Foto- oder Videobeweise, bevor sie eine Rücksendung autorisieren.
8. Lassen Sie den Fixer über Nacht laufen — bei hartnäckigen festsitzenden Pixeln
Die Standardempfehlung für den Fixer sind 10–30 Minuten Farbwechsel. Bei älteren oder hartnäckigen festsitzenden Pixeln reicht das manchmal nicht. Lassen Sie den Fixer über Nacht (8 Stunden) auf einem an AC angeschlossenen Bildschirm laufen, mit deaktivierten Energiespareinstellungen.
Lange Fixer-Sitzungen haben höhere Erfolgsraten, weil die Zelle oder LED viel öfter angesteuert wird. Außer geringfügigem Bildschirmverschleiß (etwa vergleichbar mit dem Anschauen eines langen Videos) gibt es keine Nachteile durch verlängerte Fixer-Sitzungen.
Bei besonders hartnäckigen Pixeln können Sie den Fixer-Modus mit manuellem leichtem Druck auf LCD-Bildschirmen abwechseln (NICHT bei OLED). Drücken Sie sehr sanft mit einem in ein Tuch gewickelten Finger über dem festsitzenden Pixel während des Fixer-Zyklus. Manchmal löst das die festgesetzte Flüssigkristall-Zelle.
9. Testen Sie Ultrawide- und Dual-Monitore als getrennte Anzeigen
Ein 49-Zoll-Ultrawide-Monitor oder ein Dual-Monitor-Setup wird vom Betriebssystem oft als ein logisches Display behandelt. Der Pixeltest füllt das „primäre" Display im Vollbild — das sekundäre bleibt ungenutzt.
Die Lösung: Führen Sie den Test pro Display einmal durch. Ziehen Sie das Testfenster nacheinander auf jeden Monitor, gehen Sie in den Vollbildmodus und durchlaufen Sie den Zyklus. Auf dem Mac können Sie F11 mit dem Cursor auf dem Zielmonitor verwenden; unter Windows ziehen und Win+Shift+Enter.
Speziell für Ultrawide-Displays funktioniert der Test im Vollbildmodus zwar, aber das Abscannen eines 49-Zoll-Panels dauert länger und ist schwerer gründlich zu machen. Teilen Sie den Bildschirm in Drittel (links, Mitte, rechts) und prüfen Sie jeden Abschnitt einzeln.
10. Speichern Sie Referenzfotos für später
Machen Sie nach dem Test ein Foto von jeder Farbe, das zeigt, dass der Bildschirm keine Defekte hat. Sechs Fotos (Rot, Grün, Blau, Weiß, Schwarz und eine Weitwinkelaufnahme des Geräts) — speichern Sie sie in der Galerie Ihres Telefons mit dem Etikett „Bildschirmtest [Datum] [Gerät]".
Wozu der Aufwand:
- Spätere Nachtests — falls Sie irgendwann einen neuen Defekt vermuten, vergleichen Sie mit den Originalfotos, um zu bestätigen, dass er vorher nicht da war.
- Wiederverkaufs-Dokumentation — beim Wiederverkauf des Geräts sind Foto-Belege eines sauberen Bildschirms zu einem konkreten Datum für Käufer beruhigend.
- Garantiestreitigkeiten — manche Hersteller behaupten, Defekte seien „Nutzerschäden". Mit Zeitstempel zum Kaufdatum versehene Fotos helfen.
Das dauert 60 Sekunden und Sie müssen es pro Bildschirm nur einmal tun. Die Beruhigung ist es wert.
Bonus: Fehlalarme erkennen
Nach 10 Tipps hier noch 3 Fehlalarme, die Sie erkennen und ignorieren sollten:
- Anhaltendes Nachbild — Ihr Auge registriert die vorherige Farbe noch ein paar Sekunden lang, wenn zwischen kontraststarken Bildern gewechselt wird. Ein Punkt, der beim Farbwechsel kurz „erscheint" und dann verblasst, ist Ihre Netzhaut, nicht der Bildschirm.
- Reflexionen von Deckenlampen — Leuchtstoff- oder LED-Deckenleuchten werfen kleine helle Punkte auf glänzende Bildschirme. Kippen Sie den Bildschirm, um zu prüfen, ob sich der Punkt mit der Reflexion bewegt — und nicht mit dem Panel.
- Backlight-Bleed bei LCD — manche IPS LCD haben an Rändern und Ecken leichte Backlight-Lichthöfe, die wie eine festsitzende Zone aussehen. Das ist ein eigenes Fertigungsproblem, getrennt von toten Pixeln, und hat eigene Garantie-Schwellenwerte.
Zusammenfassung
Über die Grundlagen hinaus: in dunklen und in hellen Räumen testen, bei hochauflösenden Displays mit Lupe oder Kamera-Zoom arbeiten, zuerst die Ecken prüfen, bei 100 % Helligkeit laufen lassen, um PWM zu vermeiden, Cyan/Magenta/Gelb für Subpixel-Defekte ergänzen, faltbare Bildschirme in mehreren Zuständen testen, Garantieanträge gründlich dokumentieren, den Fixer bei hartnäckigen festsitzenden Pixeln über Nacht laufen lassen, Multi-Monitor-Setups separat prüfen und Referenzfotos speichern.
Für die Grundlagen siehe die Schritt-für-Schritt-Anleitung. Für Hintergründe zu den einzelnen Defekttypen siehe den Pillar-Leitfaden. Um den Test jetzt zu starten, öffnen Sie den Screen Ruler Pixeltest.
Dieser Artikel begleitet das dead-pixel-test-Tool von Screen Ruler.
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